Therapie

Eine Chromosomen-Deletion ist nicht heilbar. Wir können aber versuchen, mit Therapien und viel Geduld und Üben Andrinas Entwicklung positiv zu beeinflussen.

Therapien

Der Alltag mit Andrina war jahrelang geprägt von Therapien und Kontrollen im Ostschweizer Kinderspital, im Kantonsspital St. Gallen, beim Kinderarzt, beim Pädakustiker (Hörgeräte) und beim Orthopädisten (Orthesen). Andrina war zu Beginn Patientin in sieben Fachbereichen, mittlerweile sind es noch deren sechs.

Das Schielen wurde während rund zweier Jahre mit einer Okklusionstherapie behandelt, wobei jeweils abwechselnd ein Auge abgedeckt wurde. Den Knickhackenfuss bekamen wir über die Jahre mit täglicher Massage und Aufdehnen der Fussmuskulatur sowie mit Hilfe von Orthesen in den Griff: Im Alter von vier Monaten mussten wir ihr rund 5 Monate lang stundenweise, später über Nacht, Gipsschälchen an die Füsse anlegen; als sie ein Jahr alt war, bekam sie für 3 Jahre Knöchelorthesen, dann trug sie zwei Jahre lang Fussorthesen. Seit sie 6.5 Jahre alt ist, versuchen wir, mit Bandagen den Hallux valgus bds. in den Griff zu bekommen.

Physiotherapie seit Geburt wöchentlich
Audiopädagogik seit November 2011 zuerst alle 14 Tage, dann wöchentlich
Heilpädagogische Früherziehung Februar 2012 - Juli 2016 alle 14 Tage
Logopädie seit 2013 zuerst alle 14 Tage, dann wöchentlich
Ergotherapie seit August 2017 wöchentlich
Einzelförderung Unterstützte Kommunikation seit August 2017 wöchentlich

Spielgruppen

Andrina hatte durch die vielen Arztbesuche und Therapien einen relativ gedrängten Stundenplan. Zwei Therapien fanden im Kinderspital St. Gallen statt, was mit Hin- und Rückfahrt jeweils rund 3 Stunden Zeit in Anspruch nahm. Die Tage und Wochen waren daher immer sehr durchstrukturiert, und oft kam das Kindsein etwas zu kurz. Wir wollten Andrina daher die Chance geben, wie andere Kinder Spielgruppen zu besuchen, um Kontakt mit Gleichaltrigen zu finden - auch wenn das für uns einen beträchtlichen zusätzlichen Zeitaufwand bedeutete.

Andrina besuchte drei Jahre lang die Spielgruppe an der Sprachheilschule St. Gallen, und mit vier Jahren ging sie zusätzlich in die integrative Spielgruppe Zauberzwerge in Heerbrugg. Da sie Musik über alles liebt, nahmen wir zudem im letzten Jahr vor dem Eintritt in den Kindergarten am Eltern-Kind-Musizieren der Musikschule Oberrheintal teil.

Andrina hat den Besuch in diesen Spielgruppen immer sehr genossen. Auch wenn sie selten aktiv mitmachte, liebte sie es, die anderen Kinder zu beobachten und freute sich immer, wenn wieder Spielgruppenzeit war.