Windeln

Viele behinderte Kinder sind länger auf Windeln angewiesen als nicht behinderte Kinder. Da Windeln relativ teuer sind, führt das über die Jahre zu sehr hohen Kosten. In der Schweiz sind Windeln als Inkontinenzhilfen Bestandteil der Mittel- und Gegenstände-Liste (MiGeL) Position Nr. 15 und müssen daher von der Grundversicherung übernommen werden.

Das Bundesgericht kam in einem Entscheid vom 27. Januar 2012 zum Schluss, dass ab einem Alter von 42 Monaten von einer mittleren Inkontinenz und ab einem Alter von fünf Jahren von einer totalen Inkontinenz auszugehen sei. Wir haben davon zufällig im Interent gelesen, als Andrina bereits etwa vier Jahre alt war, und haben sofort einen Antrag auf Kostengutsprache gestellt, der jedoch von unserer Krankenkasse abgelehnt worden ist. Als Begründung teilte man uns am Telefon mit, der Bundesgerichtsentscheid gelte nur für Kinder mit Trisomie 21. Da wir mit dieser Begründung nicht zufrieden waren, schilderten wir unserer Krankenkasse in einem zweiten Brief nochmals Andrinas Behinderungen und ihren Entwicklungsstand. Wir folgerten, dass bei Andrina von einer mindestens ebenso schweren geistigen Behinderung wie bei Kindern mit Trisomie 21 ausgegangen werden kann und der Zusammenhang zwischen der terminalen Deletion des Chromosoms 10p und der Inkontinenz nicht in Frage gestellt werden darf. Auf dieses Schreiben hin haben wir die Kostengutsprache der Krankenkasse erhalten.

Vorgehen

Ist Ihr Kind aufgrund seiner Behinderung auf Windeln angewiesen, lohnt es sich, bei der Krankenkasse (oder allenfalls auch bei der IV) einen Antrag auf Kostenübernahme zu stellen. Wird dieser abgelehnt, versuchen Sie es wie folgt:

Stellen sie nochmals einen schriftlichen Antrag und reichen Sie diesen mit folgenden Beilagen ein:

- mit dem Bundesgerichtsentscheid [4'144 KB]
- mit der Mittel- und Gegenständeliste [242 KB] (MiGe-Liste)
- mit der Bescheinigung des Kinderarztes über die Inkontinenz Ihres Kindes inkl. Schweregrad (siehe Mige-Liste)

Für die Kosten ist eine Jahrespauschale festgesetzt. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, wie Sie abrechnen sollen: pauschal pro Jahr oder anhand der Kaufquittungen.